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Von Going bis Novigrad - 365 km - 3400 Höhenmeter - an einem
Tag
Franz Aggstein
aus Going fährt schon seit Jahren mit seinen Radfreunden, mit denen er schon
vor Jahrzehnten als Betreuter im Begleitfahrzeug mitgefahren ist, trotz
Oberarmamputation mit dem Fahrrad größere Strecken. Größere Tagesstrecken
bedeuteten damals 80 – 150 km.
Mit der Zeit
wuchsen die Herausforderungen nach weiteren Fahrten, ausgehend immer von Going
am Wilden Kaiser z.B. bis Valeggio – Köln in drei Tagen, nach Rom – Monaco –
Paris – Hamburg.-, ins Burgenland und nach Dubrovnic in Kroatien jeweils in
fünf Tagen.
Trotz des
Handicaps konnte Aggstein stets gut mithalten, obwohl die Truppe immer stärker
wurde.
Eines Tages
gebar Andi Wiedauer, einer aus dieser Radfahrgruppe, die etwas verrückte Idee,
von Going bis nach Novigrad an einem Tag zu radeln. Wiedauer hatte vorher schon
zweimal bewiesen, dass dies zu schaffen war.
Fünf Mann hoch
und eine Frau traten am 26. Juni die Fahrt von Going nach Novigrad über 365 km
und 3400 Höhenmeter an, wobei vereinbart wurde, dass, wer es nicht schafft,
eine abgesteckte Strecke in einer bestimmten Zeit zu fahren, in das
Begleitfahrzeug (dem „Besenwagen“) umsteigen muss.
Die Blamage, den
„Besenwagen“ in Anspruch nehmen zu müssen, wollte sich natürlich jeder
ersparen.
Die Route Pass
Thurn, Felbertauern, Lienz (erste Labestation), Gailberg, Plöckenpass
(Mittagessen), Gemona, Udine, Triest (letzte Labestation), Novigrad mit Zielort
Restaurant Nino wurde um 4 Uhr früh von Franz Aggstein (armamputiert) mit
seinen Freunden Niedermühlbichler Bascht, Aloisia Lang, Rettenwander Alois,
Uhrmacher Foidl Fritz und Mislinger Hansi gemeinsam mit den Betreuern Reinhard
Bauer und Fröhlich Fritz in Angriff genommen..
Mit dem Wissen,
dass die Zeit knapp ist und entsprechendes Tempo vorgelegt werden muss, aber
man dennoch mit den Kräften haushalten muss, ging die Fahrt gewissermaßen ins
„Ungewisse“.
Obwohl
vereinbart wurde, dass jeder nach seinen Kräften fährt ohne Rücksicht auf die
anderen, fuhr die Gruppe sehr lange geschlossen. Es bildeten sich letztlich nur
zwei Gruppen, die bis zuletzt eisern zusammenhielten, um das vereinbarte
Tagesziel zu erreichen.
Franz Aggstein
kam kurz vor Triest aufgrund eines Fahrfehlers zu Sturz, fuhr aber trotzdem -
nach halbstündiger Wundversorgung - mit Abschürfungen und Prellungen die
letzten 60 km mit noch ca. 1000 Höhenmetern mit wenig Luft in der Brust und
schlechter Sicht aufgrund eines Gewitters und Dunkelheit zum Zielort.
Hätte er seine
Freunde nicht bei sich gehabt, wäre er wohl doch noch in den Besenwagen
eingestiegen. Aber dank der Unterstützung durch die Radlerfreunde und den
Betreuer Reinhard Bauer, der mit seinem Fahrzeug zuletzt hinter der Gruppe fuhr
und die zum Teil ziemlich schlechte Straße ausleuchtete, erreichte die zweite
Gruppe gemeinsam mit Franz Aggstein um 10 Uhr abends das Ziel in Novigrad, wo
die erste Gruppe bereits 1 ½ Stunden wartete.
Das Vorhaben
klappte also mit einem tollen Rennrad, das von Markus, von der Firma
„Steinbachbike“ für Aggsteins Bedürfnisse „zugeschnitten“ und gebaut wurde, und
die nächsten Ideen sind schon beim „Wachsen“.
Dass Aggstein sich ein
ganzes Jahr auf dieses Vorhaben intensiv mit Radfahren, Schitourengehen und in
der Kraftkammer vorbereitet hatte, muss wohl nicht extra erwähnt werden.
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